Minimalinvasiver gestufter Segmentarterienverschluss mittels Coil- und Plug Embolisation (MIS2ACE)

Trotz aller Bemühungen zur Reduktion des interventionsbedingten ischämischen Rückenmarkschadens handelt es sich bei allen konventionellen Strategien zur Schadensverhinderung lediglich um unterstützende, adjunktive Maßnahmen und nicht um definitive, kausale Präventionskonzepte. Als neues Therapiekonzept mit kausalem Ansatz zur Rückenmarkprotektion wurde kürzlich das minimalinvasive endovaskuläre Priming von Professor Etz und Mitarbeitern eingeführt. Das mehrzeitig gestufte Vorgehen (sog. Staged Repair) bildet dafür die klinische Grundlage. Es ermöglicht ein präoperatives Priming des paraspinalen Kollateralnetzwerks durch „Minimalinvasive gestufte Segmentarterien Coil- und Plug Embolisation“ (MIS2ACE) als Vorbereitung zum elektiven Ersatz der thorakoabdominellen Aorta bzw. vor Aortenstenting. MIS2ACE wird in der Regel als Mehrfachintervention durchgeführt, um dem Kollateralnetzwerk zwischen den MIS2ACE-Sitzungen ausreichend Zeit für die entsprechenden Umbauprozesse zu geben.

(Referenz: DOI dx.doi.org/10.1055/s-0043-102158 Gefäßmedizin Scan 2017; 04: 41–56, © Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York ISSN 2197-5922)

Projekt: Evaluation verschiedener MIS2ACE Okklusionsmuster (experimentell)

Grundlage der neuen Methode MIS2ACE ist ein mehrzeitiger Verschluss der Segmentarterien um dem Kollateralnetzwerk Zeit zu geben sich anzupassen und eine alternative, robuste Versorgungzu gewährleisten (wie es dem Zustand nach Aortenersatz oder Stent entspricht).
Die Frage ob es ein optimales klinisches Muster der endovaskulären Segmentarterien-Okklusion gibt ist nicht abschließend geklärt und Gegenstand experimenteller und klinischer Studien. Es konnte gezeigt werden, dass ein Ebenen-basiertes Vorgehen (beginnend mit dem Verschluss der lumbalen Segmentarterien) das beste klinische Outcome und ein positives Profil der regionalen Rückenmarksperfusion zur Folge hat. Erkenntnisse aus diesem Versuch werden unmittelbar als Referenz für die Klinik genutzt (klinische Translation), und werden nach ausgiebiger Evaluation im Medical Board direkt in das klinische Protokoll des randomisierten, multizentrischen Trials (PAPA-ARTiS) implementiert. Das Projekt wurde in Kooperation mit dem Herzzentrum Leipzig durchgeführt.  Die Studie wurde von der Europäischen Gesellschaft für Herz- und Thoraxchirurgie mit dem Young-Investigator-Preis ausgezeichnet.


letzte Änderung: 13.04.2021